Agroforstwirtschaft und Biodiversität

In agroforstwirtschaftlichen Systemen wird die landwirtschaftliche Produktion (Ackerbau oder Weide) mit der forstwirtschaftlichen Produktion (Bäume oder Sträucher für Früchte, Nüsse oder Holz) kombiniert. Mit dieser Form der Landbewirtschaftung sind positive Effekte verbunden wie verbesserte Wasser- und Nährstoffversorgung, erhöhte Bodenfruchtbarkeit, verringerte Erosion, Grundwasserschutz, Klimaschutz, Erhalt der Artenvielfalt und eine Erweiterung der Produktpalette.
Die beiden Flächen in Roggenstein und Dürnast sind Forschungsplattformen für interdisziplinäre und institutionsübergreifende Forschung.
Poster zu Agroforstwirtschaft an der TUM: t3://file?uid=914 (erstellt von Margit von Lützow)
Agroforst-Baumreihenversuch in Roggenstein
Seit 2023 baut die TUM gezielt eigene Agroforst-Baumreihenversuche auf. Auf der TUM Forschungsstation Roggenstein, rund 20 Kilometer westlich von München, wurden dafür auf rund 30 ha Versuchsflächen angelegt.
Rahmendaten:
- zwei Baumreihentypen:
Nussreihen: drei Walnussarten, Erbsenstrauch, drei Futterstraucharten (genaue Arten siehe Bild rechts)
Gemischte Baumreihen: zwei Walnussarten, fünf alternative Baumarten, Erbsenstrauch, drei Futterstraucharten (genaue Arten siehe Bild rechts) - zwei unterschiedliche Baumreihenlänge: 48m und 96m
gesamte Baumreihenlänge: 3.840m
Baumreihenmanagement in 24m-Abschnitten unterteilbar (z.B. Mulch, Blühmischung) - Bewirtschaftung: ökologisch
- drei Ackerstandorte mit jeweils verschiedene Bodentypen bei gleichem Mikroklima
Vergleichbarkeit durch gleiche Anzahl an Baumreihenlängen und -typen pro Ackerstandort
Am 26. und 27. März fand eine Pflanzaktion in Roggenstein statt. Damit ist die Pflanzung der Ackerstandorte abgeschlossen. Hier klicken für Eindrücke von der Pflanzaktion.
Agroforst Demonstrationsflächen in Dürnast
Auch am Campus der TUM School of Life Sciences in Freising gibt es eine Versuchsfläche: den Agroforst-Showcase in Dürnast. Die Demonstrationsfläche ist 1,5 ha groß und zeigt vier Agroforst-Designs mit Baumreihen des Typs gemischte Baumreihen (drei Walnussarten, fünf alternative Baumarten, drei Futtersträucher, Erbenstrauch; Bild siehe rechts).
Die Demonstrationsfläche wurde komplett zwischen November 2022 und Mai 2023 gepflanzt.
Konsortium
Am Design und an Antragsstellungen waren 17 Forschende und Mitarbeitende aus verschiedenen Disziplinen der TUM, der LfL und des HEF beteiligt.
TUM:
- Prof. Peter Annighöfer, Professur für Wald- und Agroforstsysteme
- Prof. Senthold Asseng, Lehrstuhl für Digital Agriculture
- Dr. Lucie Chmelíková, Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme
- Prof. Thorsten Grams, Professur für Land Surface-Atmosphere Interactions
- Prof. Dr. Thomas Knoke (Initiator), Professur für Waldinventur und nachhaltige Nutzung
- Prof. Thomas H. Kolbe, Lehrstuhl für Geoinformatik
- Prof. Johannes Kollmann, Lehrstuhl für Renaturierungsökologie
- Prof. Sara Diana Leonhardt, Professur für Plant-Insect Interactions
- Prof. Luisa Menapace, Professorship Governance in International Agribusiness
- Prof. Annette Menzel, Professur für Ökoklimatologie
- Prof. Anja Rammig, Professur für Land Surface-Atmosphere Interactions
- Prof. Johannes Sauer, Lehrstuhl für Produktions- und Ressourcenökonomie landwirtschaftlicher Betriebe
- Prof. Michael Schloter, Professur für Umweltmikrobiologie
- Prof. Wolfgang W. Weisser, Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie
- Prof. Kang Yu, Professur für Precision Agriculture
- Prof. Mohsen Zare, Professur für Soil Biophysics and Environmental Systems
HSWT:
- Prof. Dr. Bernhard Schauberger, Professur für Agrarsysteme und Klimawandel
LfL:
- Dr. Annette Freibauer, Leitung Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
Koordination 2019-2026: Claudia Luksch (HEF), Dr. Margit von Lützow (HEF), Prof. Thomas Knoke (Professur für Waldinventur und nachhaltige Nutzung)
Finanzierung der Etablierung: HEF, TUM School Life Sciences
Bewirtschaftung: TUM Plant Technology Center
Ansprechpartner/Kontakt: Prof. Peter Annighöfer (Professur für Wald- und Agroforstsysteme)
Bitte wenden Sie sich mit Forschungs- und weiteren Anfragen an Prof. Peter Annighöfer über diesen Link oder per E-Mail an peter.annighoefer@tum.de.

